Die 8 Grundgefühle



Bunt wie ein Regenbogen


Wissenschaftlich korrekt müsste ich zwischen Gefühlen und Emotionen unterscheiden. Emotionen sind nämlich Veränderungen, die im Körper auftreten, wenn man emotional ist. Gefühle hingegen sind eine kognitive Erfahrung, die man durch die Emotionen erlebt. Somit sind Emotionen körperlicher und Gefühle geistiger Natur. Ich verzichte jedoch auf diese Unterscheidung. Das Wort Gefühl sagt ja bereits aus, dass ich etwas fühle und fühlen ist für mich etwas Körperliches. Körper und Geist hängen meiner Ansicht nach sowieso sehr eng zusammen und da ich keine Wissenschaftlerin bin, bitte ich um Nachsicht, dass ich Gefühle und Emotionen synonym verwende.


Uns Menschen steht eine Reihe an Möglichkeiten zur Verfügung, wie wir uns fühlen können. Manche Gefühle erleben wir als positiv, andere als negativ. Ich liebe Gefühle und ich erlebe sie meist auch sehr intensiv. Gefühle spielen sowohl bei meiner Tätigkeit als Life Coach als auch beim künstlerischen Ausdruck eine bedeutende Rolle. Gesang, Tanz, Schauspiel, aber auch Geschichten und Malerei: Alle meine grossen Interessen, leben von Gefühlen. Die Kunst ist ein Weg, Gefühle auszudrücken. Als Coach identifiziere, analysiere und kanalisiere ich Gefühle.

Im Folgenden beschränke ich mich auf die sogenannten acht Grundgefühle. Dazu gehören Angst, Ekel, Freude, Liebe, Scham, Trauer, Überraschung und Wut.


Ein Leben ohne Gefühle wäre monoton, langweilig und stumpfsinnig. Gefühle machen unser Leben erst so richtig spannend. Wir freuen uns über ein Kompliment, ärgern uns über eine Parkbusse, ekeln uns vor üblen Gerüchen oder lieben Schokolade, um ein paar Beispiele zu nennen. Es ist total menschlich, dass wir nicht jeden Tag gut drauf sind und freudestrahlend durch die Gegend hüpfen. In unserem Leben wollen wir mehr erfahren als nur Freude und Glück, auch wenn Freude zugegebenermassen ein wunderbares Gefühl ist.

Ich finde es sehr wichtig, dass wir unsere Gefühle zulassen und in einem angemessenen Rahmen ausleben können. Menschen, die Freude oder Liebe nicht zeigen können, missfallen uns sofort. Es ist auch auf alle Fälle für einen selbst sehr schädlich, wenn man keine Freude empfindet oder keine Liebe fühlen kann. Genauso verhält es sich aber auch mit Wut, Angst und Trauer. Wut runterschlucken, Angst überspielen oder Trauer verstecken wirkt sich ebenfalls schädlich auf unsere Seele und später auf unseren Körper aus. Es nützt also nichts, diese Gefühle zu verteufeln, ratsamer ist es, den richtigen Umgang mit den Gefühlen zu lernen. Jedes Gefühl verfügt nämlich über eine bestimmte Funktion, die unserem menschlichen Dasein und Überleben sehr dienlich ist. Schauen wir uns jedes Gefühl im Detail an:


ANGST

Die Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus, denn sie schützt uns vor Gefahr. Wenn wir Gefahr erkennen, können wir handeln. Wir können flüchten, uns verstecken, uns schützen, uns verteidigen, direkt angreifen oder eine Falle stellen, je nachdem, was uns in dieser Situation angemessen erscheint. Angst ist demnach ein überlebenswichtiges Warnsignal.

Das Ausbleiben der Angst hat zur Folge, dass wir uns überschätzen und uns somit erheblichen Gefahren aussetzen. (Bsp.: Man verlässt die Piste, um im Tiefschnee zu fahren und löst eine Lawine aus, die einen das Leben kostet.) Es gibt aber auch die übertriebene Form der Angst, die in Panikattacken mündet. Diese hysterische Form der Angst sollte behandelt werden, denn sie birgt keinen Nutzen mehr.


EKEL

Auch der Ekel erfüllt den Zweck eines Schutzmechanismus, denn er schützt uns vor Krankheiten. Ekel bewahrt uns davor, verdorbene oder giftige Lebensmittel zu essen oder auch nur zu berühren.

Das Ausbleiben des Ekels kann zu Vergiftungen und Krankheiten führen oder aber auch eine unreinliche Erscheinung zur Folge haben.

Die übertriebene Form des Ekels führt zu Putz- oder Waschzwängen.


FREUDE

Die Freude bringt unser Gesicht zum Strahlen und erfüllt uns mit Leichtigkeit. Freude ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, vergleichbar mit der Sonne, die nach einem trüben Regentag wieder zum Vorschein kommt. Freude ist ansteckend und erleichtert dir somit soziale Kontakte und Interaktionen.

Das Ausbleiben der Freude hat starke depressive Verstimmungen zur Folge. Alles ist schwer und mühsam. Das Leben erscheint dunkel und hoffnungslos.

Auch eine übertriebene Form der Freude existiert. Sie zeigt sich in der Manie. Manie bedeutet übertriebenes Hochgefühl. Man empfindet so viel Freude und Energie, dass man sich selbst verherrlicht und überschätzt.


LIEBE

Liebe öffnet unser Herz. Wenn wir etwas oder jemanden lieben, drücken wir damit unsere stärkste Zuneigung und Wertschätzung aus. Liebe kann uns Grenzen überwinden und über Unzulänglichkeiten hinwegsehen lassen. Sie ist auch unsere seelische Nahrung.

Das Ausbleiben der Liebe hat eine emotionale Verkümmerung zur Folge. Menschen, die kaum Liebe erfahren und sich auch selbst nicht lieben können, sind eiskalt, berechnend und hartherzig. Sie können keine Komplimente annehmen, wirken reserviert und steif.

Die übertriebene Form der Liebe äussert sich beispielsweise in Obsession und Besitzansprüchen (übersteigerte Liebe zum Partner) oder Narzissmus (übersteigerte Liebe zu sich selbst).


SCHAM

Scham lässt dich deine Grenzen erkennen und schützt deine Intimität.

Das Ausbleiben der Scham hat zur Folge, dass die eigenen und die Grenzen anderer überschritten werden. Solche Personen werden als lästig und unangenehm empfunden. Ein schamloses Benehmen führt oft zu Übergriffigkeit.

Eine übertriebene Scham äussert sich in einem sehr schüchternen und zwanghaften Verhalten.


TRAUER

Trauer lehrt dich Dankbarkeit. Sie reinigt deine Seele, hilft dir loszulassen und einschneidende Erlebnisse zu verarbeiten. Trauer empfinden wir meist dann, wenn jemand oder etwas Wichtiges sich von uns verabschiedet hat. Der Trauerprozess ist dazu da, die Begebenheit anzunehmen und den Schmerz loszulassen.

Das Ausbleiben der Trauer kann Verschiedenes bedeuten. Vielleicht war uns die Person oder die Sache gar nicht so wichtig oder aber wir sind nicht in der Lage eine tiefe Verbundenheit zu jemandem oder etwas aufzubauen.

Die übersteigerte Form der Trauer zeigt sich in einem Menschen, der von Schuldgefühlen geplagt wird, die Realität nicht akzeptieren kann und dadurch den Sinn seines Lebens verloren hat.


ÜBERRASCHUNG

Überraschung steigert deine Flexibilität. Sie ermöglicht dir, dich schnell auf neue Situationen und Begebenheiten einzulassen und damit umgehen zu können. Sie sorgt auch für Abwechslung und Spannung in deinem Alltag.

Das Ausbleiben oder Ablehnen von Überraschung führt zu einem kontrollierenden Verhalten. Diese Menschen müssen alles minutiös planen und können nichts dem Zufall überlassen. Es bleibt kein Platz für spontane Handlungen. Mit Unvorhergesehenem sind diese Personen überfordert und es gelingt ihnen nicht adäquat zu improvisieren.

Die übertriebene Überraschung führt zu einem unnahbaren und unzuverlässigen Charakter. Die ausgeprägte Unverbindlichkeit ist ein Hindernis in einer partnerschaftlichen Beziehung.


WUT

Wut setzt immense Kräfte in dir frei. Sie ist reine Energie. Hinter der Wut versteckt sich eine Verletzlichkeit. Auch die Wut lässt dich deine Grenzen erkennen. Gelingt es dir, deine Wut zu transformieren, kannst du daraus Kraft, Klarheit, Mut und Stärke generieren.

Das Ausbleiben der Wut macht dich zum Spielball deiner Mitmenschen. Du lässt dir zu viel gefallen, andere können dich erheblich verletzen und für ihre Zwecke ausnutzen. Du wirkst naiv und verletzlich.

Die übersteigerte Wut ist die blinde, unkontrollierte Raserei. Sie ist gefährlich zerstörerisch und richtet sich sowohl gegen dich selbst als auch gegen deine Mitmenschen.


Du merkst, alle Gefühle haben ihren Nutzen und sind nicht per se positiv oder negativ. Die meisten von uns haben nie gelernt, wie man mit den Gefühlen richtig umgeht. Im Gegenteil, uns wurde schon früh vermittelt, dass insbesondere Angst, Trauer und Wut nicht willkommen sind und wir von unserem Umfeld nicht gemocht werden, wenn wir diese Gefühle äussern. Also haben wir verschiedene Strategien entwickelt, diese Gefühle möglichst nicht zu zeigen. Das funktioniert aber nicht und führt über lang oder kurz zu ernsthaften Krankheiten.

Das Einzige, was wirklich funktioniert, ist Gefühle fühlen. Deine Gefühle zulassen und sie richtig spüren. Klingt in der Theorie einfach, ist in der Praxis jedoch tricky. In meinen kommenden Blogbeiträgen werde ich auf jedes einzelne Gefühl spezifisch, anhand eines alltäglichen Beispiels, eingehen und dir eine praktische Übung mit auf den Weg geben.


Gefühle sind klare Wegweiser hin zu unseren Problemen und Ursachen von krankmachenden Mustern. Kämpfst du mit Problemen, die deinen Alltag erschweren und deinem glücklichen Leben im Wege stehen?

Hast du dich in einer der oben erwähnten Beschreibungen wiederentdeckt? Möchtest du dich von diesen gesellschaftlichen Dogmen befreien? Bist du bereit, deine bunte Gefühlswelt kennenzulernen und angemessen auszuleben?

Dann kann ich dir folgendes Angebot anbieten:


In der Einzelsitzung gehe ich ganz gezielt auf deine persönlichen Themen ein. Mit einfachen Übungen und analytischen Gesprächen erarbeiten wir gemeinsam adäquate Lösungsansätze für deine Probleme.

Hier kannst du eine Einzelsitzung buchen:

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