Die Spinne - Die Schicksalsweberin



Seit ein paar Jahren verfolgen mich die Spinnen. Genauer gesagt handelt es sich hierbei hauptsächlich um die grosse Winkelspinne, eine braune Spinne mit langen Beinen. Ich bin keine Spinnenkennerin und auch keine Spinnenliebhaberin. Zum Glück gerate ich aber auch nicht gerade in Panik, wenn ich eine Spinne sehe. Die Winkelspinne besucht mich immer wieder in meinen eigenen vier Wänden, bevorzugt in meinem Schlafzimmer. Zu Beginn konnte ich sie noch mutig mit blossen Händen in die freie Natur befördern. Spass hat es mir keinen beschert, aber ich war tapfer, schliesslich sind hiesige Spinnen nicht giftig und machen bekannterweise nichts. Schlaf finde ich trotzdem nicht, wenn sich eine Spinne in meinem Zimmer aufhält. Wer weiss, wo die denn in der Dunkelheit hinkrabbelt, während ich schlafe? Die Besuche dieser Winkelspinne, es war nicht jedes Mal die Gleiche, denn sie unterschieden sich teils in Grösse und Farbintensität, häuften sich und zunehmend fühlte ich mich unwohl und unsicher in meiner eigenen Wohnung. Immer noch tapfer packte ich diese, für mich eher ekligen Kreaturen, und warf sie zum Fenster hinaus, einige Meter in die Tiefe, denn ich wohne in einer Dachwohnung. Eines Tages jedoch biss mich eine Spinne in die Hand. Sofort liess ich die Spinne fallen, direkt über meinem Bett und rannte aus dem Zimmer. Dort, wo mich die Spinne gebissen hatte, schwoll es an und man sah einen nadelgrossen Einstich. Von nun an konnte ich die widrigen Dinger nur noch mit dem Staubsauger einsaugen. Der Staubsauger wurde vor meiner Wohnungstüre deponiert, als Vorsorge, sollten die Spinnen wieder aus dem Sauger hinauskrabbeln, was glücklicherweise nie geschah.

Trotz professioneller Insektenbekämpfung durch einen Spezialisten suchen mich die Spinnen immer wieder einmal heim. Da nützt selbst das Lavendelspray und die Lavendelduftkerze nichts. Verlege ich meinen Schlafplatz ins Wohnzimmer, auf die Couch, zeigen sich auch die Spinnen plötzlich an den Wänden oder an der Decke des Wohnzimmers. Fahre ich in Urlaub, überrascht mich auch da plötzlich eine Spinne im Badezimmer oder im Schlafgemach. Es gibt also kein Entrinnen. Natürlich sehe ich das Ganze auch mit Humor, aber jedes Mal, wenn ich eine Spinne entdecke, durchfährt mich ein Schreck und ich zucke innerlich zusammen. Erfreulich ist das Ereignis jedenfalls meinerseits nicht. Immerhin bin ich jetzt wieder so weit, dass ich die Spinne jeweils mit einem Glas und einem Stück festerem Papier in die Freiheit befördern kann, aber ob es tatsächlich eines Tages zu einer liebevollen Begegnung wird, bezweifle ich. Mir ist jedoch klar, die Spinnen sind ein Thema von mir. Irgendetwas wollen mir diese achtbeinigen Tierchen sagen. Doch wie lautet die Botschaft? Entdecke ich eine Spinne, stellt sie für mich erstmal eine Bedrohung dar. Ekel und Angst spielen dabei eine grosse Rolle. Schön finde ich die Tiere nicht. Ich habe mich deshalb schon gefragt, ob es für mich anders wäre, wenn ein Hund, eine Katze oder sogar ein Pferd in der Grösse einer Spinne an meiner Wand hinge? Ist es das Aussehen der Spinne, welches mich in Angst versetzt? Oder dieses lautlose krabbeln? Oder ist es die Vorstellung, dass die Spinnen in alle Ritzen und Löcher kriechen können? Wovor habe ich Angst? Die Winkelspinne ist zwar gross, aber immer noch viel kleiner als ich. Sie ist nicht giftig und sie läuft schnell von mir davon, wenn ich ihr zu nahe komme. Eine Spinne knurrt nicht hungrig wie ein Tiger, sie riecht nicht grässlich wie ein Stinktier, sie spukt nicht wie ein Lama und sie sticht mich nicht wie eine Mücke. Warum diese Angst vor Spinnen?

Welche Bedeutung haben Spinnen in der Mythologie? Die Schlange, ebenfalls eines meiner Lieblingstiere, wird ja schon in der Bibel als Bösewicht dargestellt. Die böse Schlange, die mit ihrer giftigen Zunge die unschuldige Eva verführt. Was hat es denn mit der Spinne auf sich? In welchen Mythen und Geschichten kommt sie vor und wie wird sie schon seit hunderten von Jahren dargestellt? Natürlich habe ich nachgeforscht, schliesslich möchte ich meine Mitbewohner kennen.

Die Spinne in der griechischen Mythologie

In der griechischen Mythologie wird von einer jungen Frau berichtet, welche die Kunst des Webens beherrschte und für ihre Begabung weit über die Landesgrenzen hinaus gelobt wurde. Die Anerkennung stieg ihr zu Kopfe und sie prahlte damit, dass sie besser weben könne als Athene, die Göttin der Weisheit aber auch des Handwerks und der Handarbeit. So kam es zum Wettstreit unter den beiden Damen. Bei diesem Wettstreit siegte die junge Weberin, welche den Namen Arachne trug. Diese Tatsache erzürnte Athene gewaltig. Eifersucht und die Schmäh, von einer Sterblichen besiegt worden zu sein, liess sie die Fassung verlieren. Athene verwandelte daraufhin ihre Konkurrentin, Arachne, in eine Spinne. Von nun an waren Arachne und ihre Nachkommen dazu verdammt, bis in alle Ewigkeit zu weben. Arachne war übrigens auch Namensgeberin für die wissenschaftliche Bezeichnung der Spinnentiere (Arachnida) sowie die Untergruppe der Webspinnen (Araneae).

=> Hm, vielleicht weckt diese Geschichte mein Mitgefühl für die armen Spinnen? Meine kleine Arachne, die grosse Künstlerin, welche bis in alle Ewigkeit verdammt ist. Und die Moral von der Geschicht? Wer grosses Talent besitzt, verfügt auch über grosse Feinde!? Oder eher: Trägst du auch dein Haupt in den Sternen, sieh zu, dass deine Füsse auf dem Boden bleiben!?

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Arachne

Die Spinne als Krafttier

- Die Botschaft der Spinne lautet: ALLES WIRD GUT! -

Wer die Spinne als Krafttier erkennt, wird dazu angehalten, schicksalhafte Verbindung zu erkennen und zu verstehen. Unliebsame Verstrickungen oder Verbindungen können oder sollen gelöst werden. Die Spinne kommt in unser Leben, um uns zu befreien, um uns von alten Mustern zu lösen. Jetzt gilt es, Mut zu beweisen und uns den alten Fäden der Vergangenheit zu stellen. Die Spinne verkörpert die Themen Selbstständigkeit und Freiheit. Sie ermutigt uns, für uns selbst einzustehen und gegebenenfalls auch gegen den Strom zu schwimmen. Sie erlöst uns von dem Strick der Selbstverleugnung, nur um gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen. Stattdessen ermutigt sie uns, standhaft unserem individuellen Weg zu folgen.

=> Arachne war eine starke Frau, die selbst vor der unsterblichen Göttin nicht auf die Knie fiel. Sie kannte ihre Stärken und liess sich nicht beirren. Vielleicht mag dies überheblich klingen, aber man könnte es auch als Selbstsicherheit interpretieren. Das Krafttier Spinne erinnert an die starke Frau und schenkt uns Mut und Selbstvertrauen. Krabbelt die Spinne in unser Leben, kann dies als Hinweis darauf gesehen werden, unsere Ängste und Selbstzweifel abzulegen.

Quellen: https://www.engelundelfen.com/krafttiere/krafttier-spinne http://www.schamanische-krafttiere.de/krafttier-spinne.html

Das Überwinden der Angst

Hm, ich weiss nicht, wie es dir geht, aber wenn ich diese Bedeutungen über die Spinne lese, herrscht zumindest schon ein kleines bisschen ein anderes Bild von der Spinne in meinem Kopf. Dies bedeutet jedoch noch nicht, dass ich Spinnen mag. Ich erschrecke immer noch, wenn sich eine Spinne unangekündigt in meinen privaten Räumen aufhält. Zumindest der erste Eindruck ist weiterhin von Schreck und Ekel geprägt. Nach zwei, drei tiefen Atemzügen besinne ich mich auf die Botschaft der kleinen Arachne, überwinde meine Angst und versuche als Erstes, die Spinne in die Freiheit zu befördern. Wobei, fürs nächste Mal habe ich mir fest vorgenommen, die im Glas gefangene Spinne eingehend zu betrachten und vielleicht einen kleinen Schwatz zu halten, bevor ich sie in die Natur verabschiede. Quasi ein schrittweiser Annäherungsversuch. Ängste lassen sich ja nur überwinden, indem man sich ihnen stellt. Sprich, Angst besiegt man mit Mut. Jetzt fragst du dich bestimmt; aber wenn ich Angst habe, dann bin ich ja eben genau nicht mutig, sondern im Ausnahmezustand der Panik. Mut kannst du, wie alles andere auch, schrittweise aneignen. Es gibt nicht nur entweder mutig oder feige, auch Mut will gelernt sein. Schauen wir doch die Spinne als unsere achtbeinige neue Freundin an. Vieles, was neu und unbekannt ist, macht uns Angst, so auch die Spinne, die plötzlich in unserem Zimmer hockt. Wenn wir uns noch nicht bekannten Menschen begegnen, was machen wir da im Normalfall? Genau, wir gehen auf sie zu und wollen sie kennenlernen oder wir beschaffen uns vor dem ersten Kontakt schon Informationen über sie. Genauso machen wir es jetzt mit der Spinne. Wir beschaffen uns Informationen und lernen sie erst einmal kennen. Dieses Vorgehen baut erste Anzeichen von Ängsten ab.

(Siehe Link zu einer Informationsquelle am Ende dieses Textes) Nachdem wir so grob wissen, wer die Spinne ist, wie sie heisst, zu welcher Familie sie gehört, wie sie ungefähr aussieht, wie gross sie ist, wo sie lebt, was sie frisst etc. wollen wir unsere Freundin etwas persönlicher kennenlernen. Informationen sammeln ist eins, aber da fehlt uns das Gefühl dazu, das Emotionale, das was eine Beziehung ausmacht. Deshalb folgt jetzt im zweiten Schritt das genaue Beobachten. Wenn sich also wieder einmal eine Spinne zeigt, fangen wir sie und beobachten sie im gefangenen Zustand. Das ist vielleicht nicht so nett von uns, aber wir brauchen vorerst nun mal diese Sicherheit. Wir schauen also genau hin. Wie sieht unsere neue Freundin aus? Ist ihr Körper einfarbig oder vielleicht zart gemustert? Wie sieht ihr Kopf aus? Hat sie Augen? Können wir einen Mund entdecken? Die langen Beine dürfen wir natürlich auch nicht vergessen. Dann ist es auch interessant zu beobachten, wie sie sich denn fortbewegt? Vielleicht können wir sie auch mal von ihrer Unterseite betrachten. Dieses eingehende Betrachten fordert von uns ganz schön viel Mut und es kann vorkommen, dass wir uns davor ekeln, was wir zu Gesicht bekommen, aber ich bin mir sicher, dass es uns auch hilft, weiter Ängste abzubauen, weil wir die Spinne immer besser kennenlernen. Einen weiteren Schritt könnten wir gleich anfügen. Das mag jetzt sehr skurril klingen, aber warum beginnen wir nicht ein Gespräch mit der Spinne? Mit einem Menschen würden wir das ja auch tun, wenn wir ihn näher kennenlernen wollen oder auch zwangsläufig müssen. Wir können ganz gewöhnlich beginnen. «Hallo Spinne, ich bin Laura, wie geht es dir? Fühlst du dich wohl hier bei mir?» Später können wir ihr auch erzählen, wie es uns mit ihr geht. Zum Beispiel: «Also, ich habe mich über deinen Besuch nicht so gefreut, aber jetzt, da du schon mal da bist, bemühe ich mich, dich etwas besser kennenzulernen. Vielleicht entdecke ich ja auch Seiten an dir, die mir ganz gut gefallen.» Ich denke, wir dürfen sehr ehrlich sein mit der Spinne. Die verträgt das. Wir können ihr also erklären, wie es uns mit ihr geht. Wir können ihr natürlich auch Fragen stellen, nur Antworten dürfen wir keine erwarten, zumindest nicht direkt. Wer weiss, vielleicht offenbart sich ja später eine Spinnenweisheit während eines Traumes oder irgendwann tagsüber, in Form einer Eingebung. Das kann gut sein, aber erwarten sollten wir es nicht. Alles was wir wollen, ist es, uns die Spinne etwas vertrauter zu machen. Nach dem Betrachten und dem Schwätzchen können wir unsere Besucherin behutsam wieder in die Freiheit entlassen. Wer weiss, vielleicht hat es ihr ja gereicht und sie sucht uns gar nicht mehr heim. Falls wieder Spinnen ins Haus kommen, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Schritte ein paar Mal wiederholt werden müssen, mit einem Mal ist es wohl kaum getan. Die Kennenlernphase dauert ja auch unter Menschen etwas länger. Die einen sind da schneller und die anderen brauchen ne halbe Ewigkeit. Frage dich, wie schnell schliesse ich Freundschaften? Wie schnell kann ich jemandem vertrauen? Wie viel vertraue ich einer anderen Person an? Wie innig und intim sind meine Beziehungen zu meinen Freunden? Bin ich jemand, der viel Zeit und Vertrauen braucht, um mich zu öffnen, dann kann ich auch nicht erwarten, dass ich gleich auf gut Freund mit der Spinne bin. Lassen wir uns Zeit, schliesslich soll die Verträglichkeit mit der Spinne, um es nicht gerade Freundschaft zu nennen, nachhaltig sein. Ich finde, diese Form der Beziehung zwischen Spinne und Mensch reicht. Immerhin geraten wir nicht mehr in Panik und können die Spinne mit Hilfsmitteln in die schöne Natur befördern. Damit haben wir unsere Angst grösstenteils überwunden. Herzliche Gratulation! Für alle, die noch einen Schritt weiter gehen wollen, käme jetzt, nach der eingehenden Beobachtungsphase, die Berührung ins Spiel.

Zur Unterstützung kann ich dir folgende Übung empfehlen: Sende in Gedanken immer wieder Liebe an die Spinne. Das geht ganz auf unterschiedliche Weise. Sollte es dir zu Beginn schwerfallen, dann hülle die Spinne gedanklich in eine zartrosafarbene Wolke ein. Mit der Zeit kommen vielleicht ein paar Herzchen dazu. Du kannst dir auch vorstellen, wie du die Spinne zärtlich in deine Hand nimmst und sie streichelst. Vielleicht gelingt es dir auch, Worte wie «Ich hab dich lieb» oder ähnliches zu senden. In der Gestaltung deiner liebevollen Gedanken an die Spinne bist du völlig frei. Achte auch darauf, dass du die Liebe, die du sendest, auch spürst. Liebe an jemanden oder etwas zu senden, den du nicht magst, der dich stört oder dir unrecht tut, ist eine sehr kraft- und wirkungsvolle Übung. Probiere es unbedingt aus!

Interessante Informationen zur Winkelspinne findest du hier: https://www.gartenjournal.net/grosse-winkelspinne

Die Angst und ihren Nutzen

Ja, auch die Angst hat einen Nutzen für uns. Auch wenn wir das auf den ersten Blick nicht so wahrnehmen können, erscheint uns die Angst doch als sehr beklemmendes und negatives Gefühl. Angst ist sehr intensiv, denn bei der Angst geht es meist um Leben und Tod und dies nicht nur im physischen Sinne, sondern auch im seelischen Bereich. Doch das Geschenk der Angst ist der Schutz und die Geborgenheit. Angst macht uns auf Gefahr aufmerksam und nur wer die Gefahr als solches erkennt, der kann auch handeln. Fliehen, erstarren oder kämpfen sind die Möglichkeiten. Bei meinem Beispiel mit der Spinne macht die Flucht wenig Sinn, denn das würde ja dann bedeuten, dass ich meine Wohnung einem kleinen Tierchen überlassen würde, falls sich nicht zufällig in meiner Nähe ein Retter aufhalten würde. In Starre verfallen wäre eine weitere Möglichkeit, doch ich weiss schon, worauf das hinauslaufen würde. Die Spinne und ich wären dann im Wettstreit, wer länger wie angewurzelt an einer Stelle verharren kann. Spinnen sind da meiner Erfahrung nach sehr ausdauernd. Die Gefahr wäre also immer noch da. Bleibt noch der Angriff, eigentlich die einzig wirksame Waffe im Kampfe mit der Angst, nur klingt Angriff und Kampf nach Sieger und Verlierer, sprich es gibt Tote und das will ich tunlichst vermeiden. Sich der Angst zu stellen, sie als Chance zu sehen und einen adäquaten Weg zu finden, mit ihr umzugehen beziehungsweise mit der angstauslösenden Ursache in Frieden zu kommen, das zeigt sich als passable Lösung. Nicht unbedingt empfehlenswert bei wilden Tieren oder Brandgefahr, aber zum Beispiel bei Bindungsangst, Prüfungsangst, Flugangst usw.

Kennst du denn Ängste auch von dir? Wovor hast du Angst? Und wie reagierst du bisher bei Angst? Möchtest du dich künftig nicht mehr von deinen Ängsten regieren lassen? Bist du bereit, dich deinen Ängsten zu stellen und sie in Liebe und Frieden aufzulösen? Gerne unterstütze ich dich bei dieser anspruchsvollen, aber sehr heilsamen Aufgabe.

Du erreichst mich unter:

https://www.shiningphoenixcoaching.ch/kontakt




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